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THEMA: Krim im Jahre 2019

Krim im Jahre 2019 13 Feb 2019 02:26 #38852

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Ukrinform

12.02.2019 15:15
Krim: Besatzer wollen der ukrainischen Kirche Kathedrale wegnehmen

Die Besatzer auf der Krim fordern die Eparchie der Ukrainischen Orthodoxen Kirche auf, die St. Olha- und Wolodymyr-Kathedrale in der Hauptstadt Simferopol zu räumen.
www.ukrinform.de/rubric-polytics/2638894...drale-wegnehmen.html



Eparchie - Wikipedia

Eine Eparchie (von griechisch ἐπαρχία eparchia „die Provinz“) ist eine Diözese der Ostkirchen und entspricht dem „Bistum“ der Lateinischen Kirche. Der Diözesanbischof einer Eparchie trägt den Titel Eparch.
Diözesen außerhalb des angestammten Territoriums einer Kirche heißen Exarchat
de.wikipedia.org/wiki/Eparchie


Eparchie (Verwaltungseinheit) - Wikipedia

Eparchie (griechisch επαρχία) ist eine griechische Form der Verwaltungsgliederung.
https://de.wikipedia.org/wiki/Eparchie_(Verwaltungseinheit)
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Krim im Jahre 2019 18 Feb 2019 23:44 #38892

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Ukrinform

18.02.2019 17:06
Krim: Wolodymyr Baluch aus Untersuchungsgefängnis an bekannten Ort verlegt
Der ukrainische Polithäftling auf der Krim, Wolodymyr Baluch, ist aus einem Untersuchungsgefängnis in der Stadt Simferopol an einen unbekannten Ort verlegt worden.
www.ukrinform.de/rubric-emergencies/2642...ten-ort-verlegt.html

Wolodomyr Baluch ist seit dem 8. September 2016 in russischer Gefangenschaft und wurde zu 4 Jahren und 11 Monaten Lagerhaft verurteilt, weil er eine ukrainische Flagge in seinem Hof gehisst hat.
Selbstredend dass die Russen etwas anderes behaupten.

Freiheit für Wolodomy Baluch
Letzte Änderung: 18 Feb 2019 23:46 von stephan.r.
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Krim im Jahre 2019 21 Feb 2019 11:31 #38924

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Ukrinform

21.02.2019 11:44
Polithäftling Baluch von der Krim in russische Region Krasnodar verlegt
Der ukrainische Polithäftling auf der Krim, Wolodymyr Baluch, ist in die russische Region Krasnodar verlegt worden.
www.ukrinform.de/rubric-emergencies/2645...asnodar-verlegt.html


Krasnodar - Wikipedia

Föderationskreis Südrussland
Region Krasnodar
Stadtkreis Krasnodar
Gegründet 1793
Frühere Namen Jekaterinodar
Stadt seit 1867
Fläche 840 km²
Bevölkerung 744.995 Einwohner (Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 887 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 25 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 861
Postleitzahl 350xxx
Kfz-Kennzeichen 23, 93, 123
Website : krd.ru
Geographische Lage
Koordinaten 45° 2′ N, 38° 59′ O
Koordinaten: 45° 2′ 0″ N, 38° 59′ 0″ O |

Krasnodar (russisch Краснода́р) ist eine russische Großstadt mit über 1.000.000 Einwohnern (2018),[2] gerechnet auf den gesamten Stadtkreis, zu dem neben der eigentlichen Stadt mit gut 900.000 Einwohnern noch 29 weitere Ortschaften gehören. Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Region Krasnodar und eines der wichtigsten Zentren Südrusslands. Krasnodar ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort, beheimatet einige der erfolgreichsten Sportvereine Russlands und ist Sitz mehrerer Universitäten, Theater und Museen. In der Agglomeration Krasnodar leben rund 1,35 Millionen Menschen[3]. Bis 1920 trug die Stadt den Namen Jekaterinodar.
de.wikipedia.org/wiki/Krasnodar#Städtepartnerschaften

Freiheit für Wolodymyr Baluch
Letzte Änderung: 21 Feb 2019 11:38 von stephan.r.
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Krim im Jahre 2019 25 Feb 2019 02:22 #38940

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Ukraine Journal

23.02.2019 - 10:31Uhr
Krim
500.000 Russen siedelten sich auf der besetzten Krim an
Von Redaktion|DE
In den fünf Jahren der Besatzung hat Russland fast eine halbe Million seiner Bürger auf der Krim angesiedelt, sagte der Programmdirektor des staatlichen "Krimhauses" Alim Aliyev laut Ukrinfor
ukraine-journal.de/500-000-russen-siedel...r-besetzten-krim-an/
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Krim im Jahre 2019 04 Mär 2019 11:33 #38986

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24matins.de

veröffentlich am 3 März 2019 um 16h17
Erzbischof ukrainischer Kirche auf der Krim nach eigenen Angaben festgenommen
Per 24matins.de mit AFP

Das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine auf der Krim ist nach eigenen Angaben von den Behörden der von Russland annektierten Halbinsel festgenommen worden. Die Polizei habe ihm nicht erklärt, warum er festgehalten werde, sagte Pater Kliment der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag am Telefon. Er rufe aus einer Polizeiwache in der Krim-Hauptstadt Simferopol an, wo er an einer Bushaltestelle festgenommen worden sei.
www.24matins.de/traf/pol/erzbischof-ukra...er&utm_campaign=feed
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Krim im Jahre 2019 07 Mär 2019 19:16 #38994

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Google maps markiert die Krim auf einigen Karten nicht mehr als Teil der Ukraine.
www.ukrinform.de/rubric-polytics/2654851...krim-korrigiert.html
Letzte Änderung: 07 Mär 2019 19:17 von tartu.
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Krim im Jahre 2019 07 Mär 2019 19:39 #38995

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Von Google erwarte ich auch nichts anderes!
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Krim im Jahre 2019 14 Mär 2019 11:56 #39035

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Ukrinform

14.03.2019 10:44
Dschemiljew: Hälfte der Präsidentschaftskandidaten hat nicht vor, die Krim zurückzugewinnen
Etwa 20 Kandidaten für das Amt des Präsidenten der Ukraine bei den nächsten Wahlen am 31. März haben weder im Wahlprogramm noch in den Medien erwähnt, dass es notwendig sei, die durch Russland vorübergehend besetzte Gebiete zurückzuholen, sagte gestern auf einem Briefing der Anführer der Krimtataren, Mustafa Dschemiljew, berichtet ein Korrespondent von Ukrinform.
www.ukrinform.de/rubric-elections/265933...uruckzugewinnen.html
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Krim im Jahre 2019 16 Mär 2019 09:04 #39050

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Deutschlandfunk

15.03.2019
Ukrainischer Botschafter
„Krim ist von politischer Tagesordnung verschwunden“
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat die internationale Gemeinschaft davor gewarnt, die Lage der Krim aus den Augen zu verlieren. Es bestehe sonst die Gefahr, dass die Zeit für Russland spiele und der derzeitige Zustand auch im Westen akzeptiert werde, sagte er im Dlf.
Andrij Melnyk im Gespräch mit Christoph Heinemann
www.deutschlandfunk.de/ukrainischer-bots...am:article_id=443719


Deutschlandfunk Kultur
Weltzeit | Beitrag vom 28.02.2019
Fünf Jahre Krim-Annexion
Leben unter russischer Flagge
Von Inga Lizengevic

Im Februar 2014 übernahmen russische Soldaten und pro-russische Milizen die Macht auf der Krim. Fünf Jahre später sind die verbliebenen Kritiker kalt gestellt: gefoltert, gefangen, verschleppt oder im Justizapprat verstrickt. Der Rest lebt Alltag.
www.deutschlandfunkkultur.de/fuenf-jahre...am:article_id=442166


Auf eigene Verantwortung, aber zur Info, anderes ist von diesem Schundblatt eh nicht zu erwarten. Der Artikel bezieht sich auf das Interview mit Botschafter Melnyk.
de.sputniknews.com/politik/2019031532434...-krim-lage-menschen/
Letzte Änderung: 16 Mär 2019 09:22 von stephan.r.
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Krim im Jahre 2019 16 Mär 2019 14:54 #39052

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derStandard

16. März 2019, 12:00
Gemischte Bilanz nach fünf Jahren Krim-Annexion
André Ballin aus Moskau

Der Anschluss der Krim vor fünf Jahren hat riesige Euphorie in Russland entfacht. Doch die wirtschaftlichen Nebenwirkungen erweisen sich als schwere Last
Fünf Jahre nach dem Anschluss an Russland haben die Krim-Bewohner Grund zum Feiern: Die Regionalregierung hat der Halbinsel zum Jubiläum ein verlängertes Wochenende bis einschließlich 18. März verordnet. Die ersten offiziellen Feierlichkeiten beginnen bereits am Freitag, Russlands Präsident Wladimir Putin wird ebenfalls erwartet. In seinem Beisein sollen auch zwei Kraftwerke eröffnet werden, um die es nach einer Lieferung von Siemens-Turbinen einen gewaltigen Skandal gab.
derstandard.at/2000099539205/Gemischte-B...rim-Annexion?ref=rss


Der Spiegel

Samstag, 16.03.2019 13:32 Uhr
Jahrestag der Annexion Wie die Krim Putin verschluckte
Ein Essay von Christian Esch, Moskau

Vor fünf Jahren begann Wladimir Putin, Krieg und Gewalt in den Osten der Ukraine zu tragen. Die Entscheidung hat den Kremlchef, die Russen und ihren Staat verändert.
Kurz vor der Annexion der Krim im März 2014 wagte der russische Oppositionelle Alexej Nawalny eine Prognose über die Zukunft der Halbinsel. Dass sich dort etwas Großes anbahnte, das konnte Nawalny auch aus seinem Moskauer Hausarrest erkennen. Maskierte Bewaffnete - offenbar Spezialkräfte der russischen Armee - waren Ende Februar ins Parlament der Krim eingedrungen und hatten die russische Flagge gehisst. Das Parlament hatte daraufhin ein Referendum angesetzt über den Beitritt zu Russland. Aber würde Wladimir Putin so weit gehen, ein Territorium des Nachbarlandes Ukraine zu annektieren?
www.spiegel.de/politik/ausland/fuenf-jah...1258069.html#ref=rss
Letzte Änderung: 16 Mär 2019 15:22 von stephan.r.
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Krim im Jahre 2019 17 Mär 2019 00:21 #39053

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Ukrinform

16.03.2019 12:10
Krim zum Aufmarschraum für Russlands Streitkräfte geworden - estnisches Außenministerium
Am fünften Jahrestag des ungesetzlichen "Referendums", das Russland auf der Krim abgehalten hat, drückte Estland die Unterstützung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine aus, die Annexion der Krimhalbinsel sowie die Festnahme der ukrainischen Seeleute in der Straße von Kertsch verurteilt zu haben.
www.ukrinform.de/rubric-polytics/2660929...auenministerium.html

16.03.2019 15:04
Jahrestag der Krim-Annexion: Statement der Außenministeriums der Türkei
Das Außenministerium der Türkei hat eine offizielle Erklärung anlässlich des 5. Jahrestages der Annexion der Krim von der Russischen Föderation abgegeben. Die Außenbehörde bestätigt die Unterstützung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine, die Nichtanerkennung der Besatzung der Halbinsel und die Notwendigkeit des Schutzes der Rechte von Krimtataren.
www.ukrinform.de/rubric-polytics/2661034...iums-der-turkei.html
Letzte Änderung: 17 Mär 2019 00:24 von stephan.r.
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Krim im Jahre 2019 17 Mär 2019 17:56 #39054

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Vor fünf Jahren annektierte Russland die Krim. Dem Westen dämmerte erst mit der Zeit, was dies bedeutete
Andreas Rüesch NZZ

Vor fünf Jahren besetzten Moskaus Truppen die Halbinsel Krim, im Handumdrehen wurde der «Anschluss» an Russland vollzogen. Es war ein territorialer Raubzug, dessen Dreistigkeit den Westen unsanft mit einer neuen Realität konfrontierte – einer neuen Ära der weltweiten Grossmächte-Rivalität.

Manche historische Wendepunkte kündigen sich mit lautem Knall an, andere sind erst aus der zeitlichen Distanz erkennbar. Die Schüsse auf den österreichischen Thronfolger 1914 oder der Fall der Berliner Mauer führten den Zeitgenossen schlagartig vor Augen, dass eine Ära zu Ende ging. Anders verhielt es sich bei der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim vor fünf Jahren – auch wenn das damalige Geschehen an Dramatik kaum zu überbieten war.

Als Ende Februar 2014 wie durch Zauber militärische Einheiten ohne Erkennungszeichen auf der Krim auftauchten und das dortige Parlamentsgebäude unter ihre Kontrolle brachten, überschlugen sich die Ereignisse. Unter dem Schutz dieser sogenannten «grünen Männchen» ergriffen prorussische Politiker die Macht auf der Halbinsel. Militärisch krass unterlegen, waren die ukrainischen Streitkräfte zum Zuschauen verdammt: Am 16. März ergab eine von den neuen Machthabern eilends organisierte, von internationaler Seite für illegal erklärte Volksabstimmung eine Mehrheit für den Anschluss an Russland. Zwei Tage später setzte Präsident Putin in einer pompösen Feier seine Unterschrift unter die Annexionsurkunde. Erst ein Jahr später gab er zu, was Moskau bis dahin beharrlich geleugnet hatte: Bei den mysteriösen Uniformierten hatte es sich um russische Sondertruppen gehandelt. Die Einverleibung der Krim war eine von langer Hand geplante Militäraktion gewesen.

Rückkehr in den Kreis der Grossmächte

Die Folgen dieses Coups sind bekannt. Amerikaner und Europäer verhängten Sanktionen, in der Ostukraine stachelte Moskau eine weitere Sezession an, die seither mehr als 12 000 Todesopfer gefordert hat, im Baltikum wuchsen die Ängste vor russischen Übergriffen. In Russland hingegen wurde die «Heimholung» der Krim, eines kulturellen Sehnsuchtsorts und strategischen Vorpostens, euphorisch bejubelt. Für viele Russen war dieser Akt gleichbedeutend damit, dass ihr Land in den Kreis der Grossmächte zurückgekehrt war. Putins Popularität stieg sprunghaft in die Höhe.

Mit der Annexion geschah etwas, das die friedensverwöhnten Europäer seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt hatten: die gewaltsame Verschiebung einer Grenze zwischen zwei Nachbarländern, unter völliger Missachtung des Völkerrechts. Gewiss, Moskau konnte historische Ansprüche auf die Krim geltend machen, aber solche Ansprüche wären in Europa dutzendfach denkbar. Die Raubtiermentalität, mit der Putin vorgegangen war, weckte Erinnerungen an unselige Vorbilder. Russland hatte sich die Krim geholt, ganz einfach, weil es niemand daran hindern konnte. Erst mit der Zeit dämmerte es dem Westen, was dies bedeutete. Auf die vermeintliche regelbasierte Ordnung war kein Verlass mehr, gesiegt hatte das Recht des Stärkeren, wie einst im untergegangenen Europa der Könige und Fürsten. Die Krim symbolisierte das Scheitern vertrauter Normen, sie war Ausdruck einer neuen Ära der Grossmächte-Rivalität.

Erst im Nachhinein lässt sich 2014 als tiefe Zäsur erkennen, als Schlusspunkt eines Vierteljahrhunderts westlicher Hegemonie nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks. Mit dem Untergang der Sowjetunion hatte die amerikanisch geprägte liberale Weltordnung triumphiert. Die Geschichte schien vorgespurt, zumindest in dem Sinne, dass keine ernstzunehmende Alternative zum demokratisch-marktwirtschaftlichen Modell erkennbar war – und auch kein Rivale der einzigen verbliebenen Weltmacht USA. Die Terroranschläge von 2001 bedeuteten zwar ebenfalls einen Einschnitt, aber einen geringeren, weil sie «nur» das Werk nichtstaatlicher Störefriede waren und diese die liberale Weltordnung nicht ernsthaft gefährdeten. 2014 wäre dieser Befund noch gewagt gewesen, bedenkt man die damalige Bestürzung über das rasant wachsende Terror-Kalifat des Islamischen Staates. Doch aus der zeitlichen Distanz wird klar, dass damals andere, bedeutendere Kräfte wirkten.

Es war nicht nur das Jahr der Krim-Annexion, sondern auch das Jahr, in dem China für alle sichtbar seine traditionelle aussenpolitische Zurückhaltung ablegte. Das Reich der Mitte begann mit der Aufschüttung von Felsenriffen im Südchinesischen Meer; drei von ihnen erhielten alsbald militärisch nutzbare Landebahnen. Hatte sich Moskau einen Vorposten im Schwarzen Meer gesichert, so schuf sich Peking diesen aus Sand und Beton. Damit untermauerte China seine Ansprüche auf praktisch das gesamte Südchinesische Meer, das nicht nur reich an Ressourcen, sondern auch eine der weltweit bedeutendsten Handelsrouten ist. Peking tat dies mit derselben Unverfrorenheit, wie einst deutsche Imperialisten ihren «Platz an der Sonne» eingefordert hatten. Als später das Haager Schiedsgericht die Ansprüche Chinas zurückwies und die künstliche Schaffung von Inseln als Verstoss gegen die Seerechtskonvention verurteilte, hatte Peking dafür nur Verachtung übrig. Erneut hatte eine nichtwestliche Grossmacht mit roher Kraft Fakten geschaffen.

Radikales Umdenken in Washington

Der Politologe Walter Russell Mead brachte das Geschehen schon im Frühsommer 2014 in einem Aufsatz mit dem Titel «Die Rückkehr der Geopolitik» auf den Punkt. Mead kritisierte die westliche Fehlannahme, dass nach dem Kalten Krieg unterschiedliche geopolitische Interessen keine Rolle mehr spielen würden. Er erinnerte daran, dass China und Russland die von den USA geprägte Weltordnung nie akzeptiert hatten. In dieselbe Kerbe schlug auch ein Altmeister der Strategie, Henry Kissinger. Im Buch «World Order» betonte er, China habe sich nie der westlichen Vorstellung verschrieben, dass der Welt mit der Ausbreitung freiheitlicher Ideale gedient sei. Nach 1991 hatte die optimistische Annahme vorgeherrscht, dass sich Moskau und Peking zwangsläufig in die amerikanisch geprägte Ordnung einfügen würden.

Das Wendejahr 2014 bewirkte in Washington ein Aufwachen. Vergleicht man die Strategiepapiere davor und danach, so wird ein dramatischer Wandel deutlich. Den alle vier Jahre erstellten militärstrategischen Lagebericht, der just am Vorabend der Krim-Annexion erschien, durchwehte noch ein völlig anderer Zeitgeist; das Hauptgewicht lag auf der Terrorbekämpfung und auf regionalen Störfaktoren wie Nordkorea. Russland wurde nur im Kontext von Dialog und Abrüstung genannt. Über eine neue Grossmächte-Rivalität fand sich kein Wort. 2018, in der vom damaligen Pentagonchef James Mattis vorgelegten Verteidigungsstrategie, wird eine ganz andere Bedrohungslage gezeichnet.

Amerikas militärischer Vorteil schwinde, heisst es darin, man sehe sich mit wachsender weltweiter Unordnung konfrontiert, charakterisiert durch den Niedergang der althergebrachten, auf Regeln gestützten Ordnung. Die zentrale Herausforderung für Amerika bestehe im Wiederaufleben einer strategischen Konkurrenz durch Russland und China. Diesen Staaten gehe es darum, die Welt nach ihren autoritären Vorstellungen zu formen. «Strategische Konkurrenz, nicht Terrorismus, ist nun die Hauptsorge», heisst es in aller Klarheit. Kein Wunder, nimmt die Administration Trump nach Jahren der schrumpfenden Militärbudgets ein ambitioniertes Programm der Rüstungsmodernisierung in Angriff.

Und Europa? Auch hier ist ein Umdenken erkennbar. Jene Stimmen, die aus Blauäugigkeit, antiamerikanischer Ideologie oder kommerzieller Berechnung die aggressive Politik des Kremls verharmlosen, gibt es zwar weiterhin, aber sie sind leiser geworden. Wäre beispielsweise die deutsche Sozialdemokratie nach der Krim-Annexion am liebsten rasch zum Alltag zurückgekehrt, so überwiegt heute in Europa die Überzeugung, dass es eine gewisse Härte gegenüber Russland braucht. China wiederum erhielt in einem Strategiepapier der EU soeben die neuartige Bezeichnung «Systemrivale». Insgesamt jedoch tut sich Europa schwer damit, liebgewonnene Gewissheiten zu entsorgen.

Nach dem Kalten Krieg glaubte man, sich nach innen wenden zu können und das Wunderwerk der europäischen Integration zu perfektionieren, an dem sich die Welt dann ein Beispiel nehmen würde. Dass Europa jedoch von aussen als geopolitischer Schwächling eingestuft wird, verdrängt man beharrlich. Dabei ist der Kontinent nicht nur durch äussere Rivalen herausgefordert, sondern auch durch innere Spaltungen wie die Kampfscheidung mit Grossbritannien und das Erstarken EU-kritischer Parteien in vielen Ländern.

Das «Ende der Geschichte» ist zu Ende

Das Denken in grösseren strategischen Zusammenhängen bleibt den Europäern fremder als den Amerikanern, und erst recht den Chinesen. Es ist jedoch weder überholt, noch bedeutet es einen Rückfall in das chauvinistische Grossmachtdenken des 19. Jahrhunderts. Würde Deutschland beispielsweise die Erdgaspipeline Nord Stream 2 unter einem geopolitischen Blickwinkel betrachten, so käme es niemandem in den Sinn, sie als blosses Wirtschaftsprojekt zu bezeichnen. Dessen strategischer Schaden für Gesamteuropa würde sofort ins Auge springen. Der Dialog mit Moskau sollte verstärkt werden, allerdings mit Realitätssinn. Russland wirkt zunehmend unberechenbar, seine Führung gefangen in einer gefährlichen Paranoia. So wirft beispielsweise Putins Generalstabschef dem Westen allen Ernstes vor, Volksaufstände in Russland in Kombination mit gezielten Raketenangriffen zu planen.

Die Lehre von 2014 lautet, dass das ein Vierteljahrhundert vorher erträumte «Ende der Geschichte» zu Ende ist. Europa muss seine Interessen entschlossener verteidigen, wenn es ein Friedenskontinent sein will. Erreichen kann es dies am besten in einer engen Allianz mit Amerika – jedenfalls mit jenen Kräften dort, die den Nutzen einer freiheitlichen Weltordnung weiterhin erkennen.


Auch ich war ein solcher Schwärmer und Träumer nach dem Untergang der UdSSR und als Jelzin das Ruder in der neuerstandenen Russischen Föderation übernahm.
Mir gefiel der Aufsteiger Putin von Anfang nicht, aber Moskau war weit weg von der Schweiz und lange mit sich selbst beschäftigt.

Aber mit der Machtdemonstration 2008 in Moldawien und Georgien wurde uns vor Augen geführt, was da noch passieren könnte. Die europ. Politiker versuchten zu beschwichtigen, obwohl Putin sagte, alle Regionen, die russisch sprechen gehören zum Einflussbereich der RF. Es dauerte nur noch 6 Jahre als die Ukraine als Vasall mit dem Majdan wegdriftete. Da wurden die schon lange bereitliegenden Pläne zur Destabilisierung der Ukraine in die Tat umgesetzt. Somit besteht dort weiterhin die Gefahr, dass der russ. Bär seine Machtbedürfnisse in diesem Land weiter auszubauen versuchen wird, insbesondere im russisch sprechenden Teil der Ukraine.

Die NATO schützt die baltischen Staaten. Wir sollten uns aber nicht zu viel in Sicherheit wiegen, denn einige dieser Staaten haben gegen 25% ethnische Russen, die aber mit Ausnahme der "Alten" nichts mehr mir Russland am Hut haben. Das einzige Gute daran ist, dass diese "Alten" von Jahr zu Jahr weniger werden.
Somit reduziert sich das Anschlussbedürfnis an die "grosse Nation" von Jahr zu Jahr.

Als weiteren Gefahrenherd sehe ich Weissrussland. Solange Lukaschenko das Ruder (sprich autoritär) in diesem Land fest in den Zügeln hält, solange wird sich die RF ruhig verhalten. Sollten aber Bestrebungen im Gange kommen, sich von der Umklammerung der RF zu lösen, ähnlich wie in der Ukraine, dann könnten dort auch die grünen Männchen aktiviert werden, denn die RF hat in WR grosse Kontingente Soldaten und Material stationiert. Das ist das Faustpfand.

Wir kleinen Menschen des Ukrainer-Forums haben keine Handhabe um das politische Gefüge in Europa zu beeinflussen. Wir müssen unsere Machtlosigkeit akzeptieren und damit leben lernen.
Wir können nur hoffen, dass der relative Friede in Europa noch lange anhalten wird. Rund 75 Jahre sind eine lange Zeit, das dürfen wir nicht vergessen, solange war es hierzulande noch nie ruhig.
Mein Schatz stammt aus Astrakhan, einer Ukrainerin mit russ. Pass.
Letzte Änderung: 18 Mär 2019 23:42 von Agence.
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Krim im Jahre 2019 18 Mär 2019 11:34 #39056

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18.03.2019 09:52
Außenminister Heiko Maas zum Jahrestag der Annexion der Krim
Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat zum 5. Jahrestag der illegalen Annexion der Krim durch Russland das Vorgehen Moskaus scharf verurteilt.
www.ukrinform.de/rubric-polytics/2661665...nexion-der-krim.html

18.03.2019 12:04
Bloomberg: Russland verlor in fünf Jahren der Krimbesetzung 150 Mrd. Dollar
Seit der fünf Jahre langen Besetzung der Krim sei die russische Wirtschaft im Vergleich zu 2013 um mehr als 10 Prozent (150 Mrd. USD) zurückgegangen, berichten die Analysten von Bloomberg.
www.ukrinform.de/rubric-economy/2661788-...-150-mrd-dollar.html
Letzte Änderung: 18 Mär 2019 12:30 von stephan.r.
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Krim im Jahre 2019 18 Mär 2019 19:55 #39057

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Ukrinform

18.03.2019 13:25
EU-Außenminister bekräftigen Politik der Nichtanerkennung der Krim-Annexion
Die EU ernennt die illegale Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland nicht an und wird sie nie anerkennen.
Das erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Montag, bei einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel.
www.ukrinform.de/rubric-polytics/2661784...er-krimannexion.html

18.03.2019 15:01
NATO-Länder rufen Russland auf, der Ukraine Kontrolle über die Krim zurückzugeben
Der Nordatlantikrat fordere die Russische Föderation dazu auf, der Ukraine Kontrolle über die Halbinsel Krim zurückzugeben.
www.ukrinform.de/rubric-polytics/2661938...m-zuruckzugeben.html

18.03.2019 16:48
Australien verhängt persönliche Kertsch-Sanktionen gegen Russen
Australien hat Sanktionen gegen russische Bürger verhängt, die an der Festnahme der ukrainischen Matrosen und Schiffe am 25. November 2018 während ihres Versuchs, die Straße von Kertsch zu überqueren, beteiligt waren, sowie gegen „Anführer“ der von Separatisten kontrollierten Regionen Donezk und Luhansk.
www.ukrinform.de/rubric-polytics/2662045...en-gegen-russen.html

18.03.2019 17:35
London verurteilt Annexion der Krim und Versuche Russlands, europäische Grenzen zu ändern
Die britische Regierung werde niemals die illegale Annexion der Krim durch Russland anerkennen, heißt es in der Erklärung des Außenministers von Großbritannien, Jeremy Hunt, anlässlich des 5. Jahrestages der illegalen Annexion der ukrainischen Halbinsel.
www.ukrinform.de/rubric-polytics/2662104...enzen-zu-andern.html

18.03.2019 18:20
Ukrainisches Außenministerium protestiert gegen Putin-Besuch auf die Krim
Das ukrainische Außenministerium hat gegen einen weiteren Besuch des russischen Präsidenten Putin auf die Krim protestiert.
www.ukrinform.de/rubric-polytics/2662138...ch-auf-die-krim.html
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Krim im Jahre 2019 18 Mär 2019 22:37 #39058

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Tagesschau drs vom 18.3.2019 um 19-30

Fünf Jahre nach der «Krim-Annexion»
Am 18. März 2014 hatte der russische Präsident Vladimir Putin den Vertrag zum sogenannten «Anschluss» der Krim zu Russland unterschrieben. Obwohl auf der Krim heute gefeiert wird: Die Bilanz ist politisch und wirtschaftlich ernüchternd bis verheerend.
www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/fuen...9c-919e-3221ba3c7563

Der kurze Film zeigt, dass das Strahlen von Putin die Realität verkennt, dass doch nicht alles Friede, Freude. Eierkuchen ist, wie es der russische Machthaber verklärend zeigen will. Es ist klar, dass sich nichts ändert solange das Volk nur solche Bilder sehen kann
Anbei ein Beitrag aus der Süddeutschen, der eher schwach und allenfalls bemüht neutral ist. Es ist doch ein Unterschied ob man die Annexion wie in der Süddeutschen "teuer" bezeichnet wird oder eben als "ernüchteern bis verheerend"



Süddeutsche Zeitung

18. März 2019, 18:49 Uhr
Ukraine
Dem Präsidenten zum Gruße
Zum fünften Jahrestag der Annexion besucht Russlands Präsident Wladimir Putin die Halbinsel Krim.
Von Silke Bigalke
www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-dem-...zum-grusse-1.4372536
Letzte Änderung: 18 Mär 2019 22:41 von stephan.r.
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Krim im Jahre 2019 19 Mär 2019 21:38 #39067

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Die Krim wird für Putin zum Problem
Fünf Jahre nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim hat Russlands Präsident die Region besucht. Anders, als man in Moskau gehofft hatte, erweist sich die Krim als politische und wirtschaftliche Last.

Christian Steiner, Moskau 18.3.2019
Christian Steiner, Wirtschaftskorrespondent für Russland, den Kaukasus und Zentralasien

Die «Rückholung» der Krim-Halbinsel sollte Wladimir Putins Husarenstück werden. Während die ganze Welt 2014 nur zuschaute, wie «grüne Männchen» auf der Krim für einen Machtwechsel sorgten, reagierte der russische Präsident entschlossen und schuf Fakten. Innerhalb von wenigen Tagen verleibte sich Russland die ukrainische Halbinsel ein. Dass er dabei das Völkerrecht verletzte, kümmerte Putin nicht.

Das schnelle Handeln sicherte dem Herrn im Kreml die Zustimmung eines grossen Teils der russischen Bevölkerung. Putins Umfragewerte stiegen 2014 stark an. Der Rest der Welt wurde von der Chuzpe des Präsidenten überrascht, und man war nicht in der Lage, angemessen zu reagieren. Doch Putin überspannte den Bogen und schürte den Konflikt mit der Ukraine auch nach der Krim-Annexion weiter.

Der Westen verhängte in den vergangenen Jahren einschneidende Sanktionen gegen Russland und auferlegte dem Land damit einen hohen Preis. Die Sanktionen der USA und der EU sorgten zusammen mit dem Absturz des Erdölpreises für einen starken Einbruch der russischen Wirtschaftsleistung. Diese Krise ist hierzulande noch alles andere als ausgestanden. Dennoch liess sich Putin die Gelegenheit zum Feiern nicht entgehen und besuchte am Montag – fünf Jahre nach seinem Coup – die Krim. Der Präsident weihte dort zwei Gaskraftwerke in Sewastopol und Simferopol ein.

Kraftwerke versinnbildlichen die Probleme
Die Kraftwerke symbolisieren zentrale Probleme auf der Krim. Die Elektrizitätswerke funktionieren bloss dank vier Siemens-Turbinen, die eigentlich gar nicht auf der Halbinsel sein dürften. Der deutsche Industriekonzern liess sich mit einem Trick der Russen über den Tisch ziehen und ermöglichte es damit Moskau, trotz Sanktionen Turbinen auf der Krim zu installieren. Dass ein deutscher Konzern ausgenutzt wurde, um die EU-Sanktionen auszuhebeln, sorgte für Unmut zwischen Berlin und Moskau und verschlechterte das Investorenklima im Land zusätzlich.

Nach der Einweihung der Kraftwerke ging es für Putin weiter zu einem Konzert für die Bevölkerung. Dort zeigte sich der Präsident davon überzeugt, dass er vor fünf Jahren das Richtige getan habe. Die Entscheidung zur Annexion der Krim sei aufgrund «nationaler Interessen» getroffen worden. «Dies war ein Meilenstein in der Geschichte Russlands», erklärte Putin vor der Menge.

Ebenfalls aus nationalem Interesse pumpt Moskau viel Geld in die Halbinsel. Der Kreml will sich nicht vorwerfen lassen, dass man die Krim vernachlässige. Doch trotz dem vielen Steuergeld kommt die freie Wirtschaft nicht auf Touren und leidet unter den Sanktionen. Das Geld des Kremls fliesst vor allem in Grossprojekte. Neue Strassen, Kraftwerke und eine Eisenbahnbrücke über die Meerenge von Kertsch wirken im Fernsehen gut, doch verbessern sie das Leben der Einheimischen nur wenig. Die Zahl der Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Langjährige Rechtsstreitigkeiten mit der Ukraine und die Unsicherheit vermiesen so manches Geschäft. Das Einzige, was stetig wächst, ist der Staatsapparat. Laut Zahlen des russischen Statistikamtes gibt es derzeit pro 71 Einwohner auf der Krim einen Staatsangestellten. 2013 betrug das Verhältnis noch 1:115.

Kreml schickt Milliarden
Die Ausgabenpolitik des Kremls führt dazu, dass die Krim und Sewastopol zu den am stärksten subventionierten Regionen in Russland gehören. Zudem verschwindet auf der Halbinsel viel Steuergeld in den Taschen der Beamtenschaft. Daneben ziehen die Leuchtturmprojekte Geld von anderen Infrastrukturprogrammen im ganzen Land ab. Viele Russen verstehen daher nicht mehr, warum bei ihnen gespart wird, für die Krim aber Milliarden ausgegeben werden.

Die Begeisterung der russischen Öffentlichkeit für die Annexion hat sich deutlich abgekühlt. Dies zeigen auch die Zustimmungsraten für den Präsidenten, die seit Monaten sinken. Zum fünften Mal in Folge ist im Vorjahr das verfügbare Einkommen der Menschen in Russland gesunken. Zudem wurden die Steuern zu Beginn des Jahres erhöht, und auch die umstrittene Rentenaltererhöhung sorgt weiterhin für Empörung. Putin fehlt ein Plan, um diesen Ängsten in der Bevölkerung entschieden entgegenzutreten. Stattdessen wurstelt sich der Kreml durch und nimmt die internationale Isolation in Kauf.

Dass auf deer Krim soviele russen leben, habven wir Stalin zu verdanken, der einen Grossteil der einheimischen Bevölkerung nach dem 2. Weltkrieg deportieren liess, weil sie sich seiner Meinung nach den Deutschen zu wenig entgegengestellt hatte und kollaborierte.
Damit schuf er Tatsachen, die heute noch andauern.

Wenn ich mit Russen sprach, die auf der Krim Familienmitglieder haben, so war dieser Schachzug ein Zurückholen dieser Halbinsel in Gefüge der Russischen Föderation.
Gemäss ihnen unternahm die Ukraine zu wenig um die Krimrussen an der Kandarre zu halten. Putin macht das scheinbar besser. Er muss ja beweisen, dass die Annexion der Halbinsel erfolgreich war. Das wird im russ. Fernsehen auch gewollt so gezeigt: Neue Infrastruktur, neuer Fludhafen usw. Das spüren aber wiederum negativ die anderen Russen, denn sie müssen das Krimabenteuer teuer bezahlen, denn der Petrorubel bringt auch nicht mehr soviel ein vor der Annexion. Die Westeuropäer freuen sich darüber, denn die Heizabrechnung wurde günstiger. Die hohen Heizölpreise gehören der Vergangenheit an.
Wenn ich die Verurteilung der Krimtataren ansprach, so waren diese Menschen nur ideologisch verbrannte Gehirne. Ich wagte dann nicht zu sagen, dass sich die Geschichte auf der Krim wiederholen würde, was Stalin begonnen habe. Jeder der die Annexion nicht einfach so hinnehmen wollte, wurde bestraft und verurteilt.
Man muss sich das vorstellen, wenn einer in der Schweiz seine dt. Fahne aufhängt, dann ist ein Verräter. Zum Glück lassen wir ihm diese Freude.
Krimrussen sind auf ihrer Halbinsel gefangen, denn sie können wegen der Sanktionen nicht so einfach in den Westen reisen. Das ärgert Putin und die Klique in der Regierung. Auch gut so.
Die Krimannexion ist ein schwer verdaubarer Brocken für Russland.

Ich weiss noch nicht ob wir dieses Jahr bereits auf die Krim fahren können.
Vieles ist geplant, aber wie immer vergeht die Zeit viel zu schnell, wenn wir in Astrakhan sind. Es stehen noch andere Ausflüge in Planung wie Salzsee, budd, Enklave, ich möchte auch mal nach Stalingrad, heute Wolgograd, liegt "nur" 500km weit entfernt usw. Das Land ist so riesig, auch wenn ich nur an das Wolgadelta denke. nicht zu vergleichen mit der Schweiz. Da ist es bei uns dagegen nur ein Katzensprung. Kam mir auch so vor, als ich bei meinem Patenkind in Kanada war. Jedenfalls schafften wir es damals bis zu den Niagarafällen. Schon ein Exploit.
Mein Schatz stammt aus Astrakhan, einer Ukrainerin mit russ. Pass.
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Krim im Jahre 2019 21 Mär 2019 01:49 #39074

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Deutschlamdfunk Dlf24

21. März 2019
Krim-Konflikt
Ukraine verhängt weitere Sanktionen gegen Russland
Die Ukraine hat neue Sanktionen gegen russische Unternehmen und Personen verhängt.
www.deutschlandfunk.de/krim-konflikt-ukr...l?drn:news_id=988837
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Krim im Jahre 2019 21 Mär 2019 10:34 #39075

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derStandard

21. März 2019, 06:00
Die Kriminalisierung der Krimtataren
Reportage
Simone Brunner aus Nowooleksijiwka

Die Krimtataren protestierten vor fünf Jahren am lautesten gegen die russische Annexion. Heute wird ihnen in absurden Gerichtsverfahren der Prozess gemacht
Es ist so, als wäre er gerade noch da gewesen. Da sind die Medikamente im Vorraum. Die Krücken, die an der Haustür lehnen. Doch seit Monaten hat Gulnara Bekirowa ihren Mann nicht gesehen. Sie hat weder seine Stimme gehört noch seine Hand gehalten. Fast 100 Tage sind es, so steht es auf ihrem Kalender, schwarz auf weiß, der hinter der Sitzbank in der Küche hängt. Jeden Tag hat sie mit Filzstift schwarz eingerahmt. "Free Edem Bekirow" steht darüber.
derstandard.at/2000099892330/Die-Krimina...-Krimtataren?ref=rss
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Krim im Jahre 2019 22 Mär 2019 00:24 #39083

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BZ Bernerzeitung

‎Donnerstag‎ ‎21‎. ‎März‎ ‎2019‎ ‎21‎:‎22
«Die Ukraine hat die Krim ruiniert»
Russlands Duma will die Ukraine zur Kasse bitten – wegen des volkswirtschaftlichen Schadens während der «Annexion der Krim durch die Ukraine
von Vincenzo Capodici
In dreister Verdrehung der Fakten spricht Wjatscheslaw Wolodin von einer 23 Jahre langen Annexion der Krim durch die Ukraine.
www.bernerzeitung.ch/ausland/europa/die-...niert/story/15724308

Für einen Augenblick bin ich nicht schlecht erschrocken. Ich sah nur den Zeitungstitel und die Überschrift «Die Ukraine hat die Krim ruiniert». Jetzt wird's nimmer besser, hat jetzt die BZ die Fahnen zur Russofakefabrik gewechselt. Als ich dann das weitere las, beruhigte ich mich wieder.
Allerdings es ist nicht nur dreist sondern dummdreist (ok, das darf eine Zeitung nicht schreiben) was der Wjatscheslaw Wolodinda so von sich gibt. Denn würde das stimmen, wieso hat Russland die Krim erst jetzt heim geholt und wenn überhaupt wieso, er hätte sie ja verlottern lassen können, es wäre nicht sein Schaden gewesen und wieso sind die dortig ansässigen Russen nicht schon lange nach Hause gegangen … und zu guter letzt hat die Ukraine die Krim gar nich annektieren können, da sie ihr von Chrustschow geschenkt wurde - was auch immer der Hintergrund des Geschenkes gewwesen sein mag, Nun ja, das wird unterschiedlich beschrieben, die Wikipedia besagt, dass Chrustschow die Krim an die Ukraine angegliedert habe, in der Zeit wird sie als Geschenk beschrieben
Geschenk ist Geschenkt und wie heisst es im Sprichwort Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul ...

Kurzmeldung: Wikipedia läuft wieder!
Letzte Änderung: 22 Mär 2019 00:29 von stephan.r.
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Krim im Jahre 2019 22 Mär 2019 12:22 #39089

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Hallo Stephan
Ich stellte letzthin einen Bericht ins Forum wie es kam, das Nikita die Krim der Ukraine übergab.
Er brauchte Stimmen, damit er sich am Anfang seiner Machtübernahme gegen andere Hardliner behaupten konnte. Sewastopol habe eigentlich zu dieser Zeit nicht zur Krim gehört. Das war eine selbständige Einheit gewesen. Also erledigte Nikita seine Übergabe nur zum Teil. War das Kalkül um ein Faustpfand in der Hand zu haben? Nikita kann diese Frage leider nicht mehr beantworten.

Dass Russland an der Krimannexion schwer zu kauen hat, wissen inzwischen viele. Da verwundert es mich nicht, dass ein Schwachkopf in der RF sich diese Annexion von der Ukraine bezahlen lassen möchte. So wie Du schreibst, hätten sie die Krim gar nicht zu annektieren brauchen. Es war aber ein Prestigeprojekt Putins. Die russ Bevölkerung jubelte ihm zu: Husarenstück usw.
Heute ist die Euphorie verpufft und macht der Realität Platz. Das ist aber nur ein Teil der Medaille. Das russ Volk bezahlt diese Annexion teuer. Russland benötigte einen ausgebauten Flottenstützpunkt im Schwarzen Meer auf sicher. Den Militärstrategen in Moskau sind dafür alle Opfer gut, denn dank dieser Übernahme können sie von dort aus alle umliegenden Länder bedrohen und so eine Machtkulisse aufbauen.
Das ist so wie mit den Sachalininseln. Japan wird diese nie zurück erhalten.

Als Illustration möchte ich folgenden Artikel empfehlen:

crimea.dekoder.org/archipel

Darin schreibt eine russ. Wissenschaftlerin unter anderem!
"Die Krim markiert einen endgültigen Rückfall Russlands in alte sowjetische Verhaltensmuster"
Russland hat nie aufgehört, die Vorherrschaft im postsowjetischen Raum als Priorität zu betrachten. Entsprechend hat es auch das Völkerrecht innerhalb des Bereichs, den es seit 1991 als seine „Einflusszone“ betrachtete, immer auf seine Weise ausgelegt.
Wie vor 1991 schon die Sowjetunion, so hat auch Russland die eigene Souveränität immer für wichtiger erachtet als die Souveränität der Länder, die es als seine Satelliten betrachtet. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass es im Zusammenhang mit der Krim zu neuen rechtlichen Entwicklungen bezüglich der abhelfenden Sezession und der Selbstbestimmung kommt. Denn dies ist ein recht eindeutiger Fall des Verstoßes gegen das Gewaltverbot, bei dem die Berufung auf „Selbstbestimmung“ als Rechtfertigungsgrund nicht wirklich eine völkerrechtliche Basis hatte.

Ihrer Meinung bin ich auch! Darum vermute ich, dass die RF bei einem vermeintlich schwachen Gegner wieder zuschlagen wird. Das könnte die Ostukraine sein, denn für nichts und wieder nichts sind die grossen russ Truppenkontigente nicht an der Grenze zur Ukraine stationiert! Wann das sein wird, das werden wir erst erfahren, wenn sie losschlagen. Hoffen wir, dass sie das nie werden. denn es ergibt sich keine "gute Gelegenheit" um zuzuschlagen.
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Letzte Änderung: 22 Mär 2019 14:40 von Agence.
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